Minister Pfister ehrt Bruno Maier
Singen (of). Bruno Maier hat für die Region Wirtschaftsgeschichte geschrieben mit »seiner« Wefa und Wefa Inotec, auch wenn sein Mitstreiter, Dietrich H. Boesken, der ehemalige Alu-Chef und Singener Ehrenbürger, ihn noch als Junior- Partner sieht. Wie Boesken tut sich auch Bruno Maier mit dem Ruhestand schwer: Letztes Jahr konnte er im Kreise seiner Belegschaft das 50. Berufsjahr feiern, er hat schließlich als 14-jähriger Lehrling in der Alu angefangen und aus der Garagen-Gründung »Wefa« zusammen mit Boesken ein Unternehmen geschaffen, das im globalen Wettbewerb mit speziellen Werkzeugen für Alu-Strangpressen die Nase vorn hat, zum Beispiel in der Auto-Industrie. Bruno Maier hat schon viele Ehrungen erhalten. Für die jüngste Ehrung, die Verleihung der Wirtschaftsmedaille des Landes durch Wirtschaftsminister Ernst Pfister persönlich, sorgte Singens OB Oliver Ehret. Denn er sei von dem Einsatz Bruno Maiers so beeindruckt gewesen, dass er eine Ehrung erhalten sollte »die gewiss nicht jeder bekommen kann.« Das unterstrich auch Ernst Pfister im kleinen Festakt in der Wefa letzten Mittwoch: Maier habe ein außerordentliches unternehmerisches Talent. Die Wefa mit ihren vier Standorten in Singen, Böhmen und der Schweiz bechäftigt heute 150 Mitarbeiter und macht 25 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Der Erfindergeist, der für den nötigen Vorsprung sorgte, sei immer vorhanden gewesen. IHK-Vizepräsidentin Ingrid Hempel bemerkte, dass Aluminium sich durch das ganze Leben von Bruno Maier zog. Und das, obwohl der Stoff zu Zeiten der Römer ziemlich gefährlich gewesen sein soll: in der Regentschaft von Tiberius wurden die Erfinder eines leichten Silbers aus Tonerde noch kurzerhand hingerichtet. Bruno Maier zeigte sich gerührt von soviel Lob. Allerdings sei es doch wirklich an der Zeit, an einen Ruhestand auf Raten zu denken: bald wolle er sich auf die Leitung der Wefa Thayngen begrenzen. Schließlich führen ihm seine beiden Söhne Oliver und Joachim inzwischen vor, dass sie ziemlich viel vom unternehmerischen Talent geerbt haben, und seine Wefa in guten Händen ist.
(Text Wochenblatt_Oliver Fiedler)